Heute ist die Zukunft von gestern-

plus Ernüchterung. (Reinhard Fondermann)

Ich habe das Gefühl, dass ich diesen Text schon 100 mal geschrieben habe, zumindest so ähnlich. Vermutlich habe ich ihn doch nur gedacht und vielleicht kommt es mir gerade deswegen so präsent vor. Ich bin ja ein sehr bescheidener Mensch, zumindest in meiner Lebensführung. Ich habe ganz kleine Pläne, ganz kleine Träume und bin schon mit wenig zufrieden. Wieso gibt es dann trotzdem noch Menschen, die mir das madig machen wollen? Es könnte alles so schön sein, wenn dann nicht dieser Anruf aus heiterem Himmel käme, dieser Sinneswandel. Ich frage mich ja sehr oft, ob alle Anderen verrückt sind oder ich eben nur selbst. Vermutlich scheitere ich immer mehr oder minder an mir selbst. Momentan bin ich so genervt, dass nicht mal was einfach einfach sein kann oder das etwas, das immer gut funktioniert hat, einfach weiter gut funktioniert. Hallo Leben? Ich brauch das Drama nicht! Ich möchte morgens aufstehen und mit Behaglichkeit einer Lätta-Werbung gepaart mit einer Merci-Werbung  in den Tag starten. Ich möchte nicht hetzen müssen, mir nicht so viele Sorgen machen müssen. Ernüchterung, ist das eigentlich etwas, was man nach Enttäuschung und Wut spürt oder kann man das Ganze auch mischen?

 

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Es ist gut, wenn uns die Zeit nicht als etwas erscheint,

das uns verbraucht oder zerstört, sondern als etwas, das uns vollendet.

(Antoine de Saint-Exupéry)

Neulich hatte ich Geburtstag. Mich stört es nicht, wenn mir nicht gratuliert wird, ich wünsche mir keine große Feier. Es war ein schöner Tag, wie jeder andere. Keine Termine und leicht einen Sitzen (Juhnke über schöne Tage) und ein paar fragwürdige Kaufentscheidungen. Die meisten, die mir dann doch gratuliert haben, wunderten sich darüber, dass ich mich über und auf meinen Geburtstag freue. Es gibt ja nichts zu erwarten. Keine großen Geschenke, keine Party. Nur das eine Jahr mehr. Trotzdem habe ich damit kein Problem. Ich muss mir meine Dirty Thirty auch nicht schönreden. Ich habe mich nicht im Bad eingeschlossen oder habe weinend im Bett gelegen und verpassten Gelegenheiten nachgetrauert. Denn woher weiß man denn, dass man eine Gelegenheit verpasst hat? Vielleicht ist ja gerade die gewählte Alternative das Richtige gewesen? Was ist überhaupt das Richtige? Wer bestimmt das bitte? Eigentlich doch nur ich selbst. Nur ich kann wissen, was ich mir für mich selbst wünsche. Wohin die Reise gehen soll. Ich möchte keine Bucketlist fremder Menschen lesen, was man vermeintlich bis zum Eintritt eines bestimmten Ereignisses getan haben sollte. Warum sollen die Dinge, die man getan und erlebt hat und es trotzdem leider, leider auf keine Liste geschafft haben, nicht zählen? Der Weg ist das Ziel. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

 

 

 

Einen sicheren Freund erkennt man

in unsicherer Sache. (Cicero)

Es ist schade, dass der Mensch nicht nur das sagen kann, was er auch halten kann. Es gibt ja diverse Filme und Bücher, die sich damit beschäftigen, dass jemand nicht lügen kann, also bin ich nicht die Erste, die darüber nachdenkt. Ich finde aber wirklich, dass es auch ohne göttlichen Fingerzeig möglich sein muss, wirklich nur Hilfe anzubieten, wenn man auch bereit ist, zu helfen. Das hört sich jetzt ziemlich banal an, sollte es auch sein, sollte man zumindest meinen, aber scheinbar ist es das nicht. Das Dumme daran ist nur, dass man sich als Hilfesuchender leider auf Hilfe verlässt. Nun ist sich ja jeder selbst der Nächste, deswegen helfe ich mir zuerst auch selbst. Warum kann ich trotzdem nicht auf Verständnis hoffen, wenn ich deswegen etwas Anderes zeitlich nicht schaffe? Warum ist ein Ding plötzlich wichtiger als die Gesundheit? Mir zieht sich dann gleich alles im Herzen zusammen und muss sehr gegen meinen inneren Vogel Strauß ankämpfen, um nicht den Kopf in den Sand zu stecken und von nun an nie wieder (!!) irgendjemanden (!!) von meinen Problemen oder irgendwelchen wichtigen Ereignissen in meinem Leben zu erzählen. Auf der anderen Seite frage ich mich schon, was nützt es denn überhaupt, wenn man sich wünscht, dass man einen bestimmten Menschen an Etwas teilhaben lassen möchte und der möchte das gar nicht?

Jedes Ding hat drei Seiten:

eine, die du siehst; eine die ich sehe; und eine die wir beide nicht sehen (Chinesisches Sprichwort)

Wenn man sich mit jemanden streitet, den man dann doch mehr oder minder jeden Tag sieht, ist das wirklich nicht einfach. Man kann entweder die beleidigte Leberwurst spielen, bis man selbst kaum noch weiß, worum es eigentlich in dem Streit ging, man kann sich in inniger Abneigung verbunden bleiben oder man versucht der Situation das Beste abzuringen und nach vorne zu blicken. Sehr oft gibt es in einer Auseinandersetzung keine objektive Wahrheit, niemand kann gewinnen. Das macht es im Nachhinein nicht leichter miteinander umzugehen. Wenn die Beziehung in einer anderen Situation auf die Probe gestellt wird, ist es schwer, dass vorhergehende Ereignis unbeachtet zu lassen. Nicht daran zu denken, dass das ja damals schon genauso war. War er nicht schon immer so streng, locker, egoistisch, freimütig, was auch immer. Wann ist genug? Wann gibt es da nichts mehr zu retten? Wieviel Schmerz kann man ertragen? Ich denke, man sollte nicht alle Brücken einreißen, man muss eine vernünftige Basis für das tägliche Miteinander finden. Das  muss ja nicht immer automatisch schlechter sein, aber es ist auf jeden Fall trotzdem schwer auch hierfür die richtigen Worte zu finden.

Das Universum ist,wie es ist, weil es uns gibt.

Gäbe es uns nicht, wäre das Universum anders. Und wäre das Universum anders, gäbe es uns nicht. (Tina Seidler)

Ich denke, heute ist es an der Zeit, mich als Dokuidiot zu offenbaren (in cool heißt das Nerd). Ich liebe Dokumentationen über das Weltall. Ich sehe jeden Abend eine zum Einschlafen und am Tage lese ich Artikel darüber. Außerdem, und das qualifiziert mich am Allermeisten, bin ich wahnsinnig begeistert von „Per Anhalter durch die Galaxis“. Daran erkennt man dann auch gleich die Bedeutung des Wortes Idiot in diesem Zusammenhang. Denn ich habe ehrlich gesagt zu 95% nicht den leisesten Schimmer von dem, was die da so erzählen. Ich müsste jetzt vulgär werden, um zu erklären, was es mit mir macht, wenn ich höre, dass der Saturn in einem Teich, der groß genug für ihn wäre, schwimmen würde. Ich meine, ist das nicht irre? Ich find das irre. Jetzt würde ich ja gern Astrophysiker werden mindestens. Leider kann ich nicht rechnen. Als eingefleischter Viertelwissender wollte ich meinen nächsten Urlaub natürlich im dunkelsten Ort Deutschlands verbringen, aber irgendwie hat das nicht funktioniert. Deswegen lieh ich mir das super gute Fernglas einer Bekannten aus, damit ich wenigstens aus Dunkeldeutschland heraus den Mars angucken könnte und siehe da, die Leute finden das komisch, wenn man im Dunkeln mit einem Fernglas in der Gegend rumsteht. Wer hätte das gedacht?

Wer die Hitze nicht verträgt, hat in der Küche

nichts verloren. (Harry Truman)

Das ist ja mal das Wort zum Sonntag. Da ist das Hirn schon so zerkocht, dass man Hitze im Internet sucht und dann stößt man auf sowas. Vielleicht verstehe ich die tiefsinnige Botschaft dahinter nicht. Vielleicht gibt es auch gar keine. Ich schiebe es definitiv auf die Hitze. Ich kann übrigens immer viel essen. Nur draußen rumlaufen finde ich momentan nicht so schön. Mir kommt es so vor, als würde ich mich jedes Jahr aufs Neue darüber wundern, wie es sein kann, dass ich in der Straßenbahn schon beim Einsteigen wie ein begossener Pudel aussehe, während Andere scheinbar in einer Straßenbahn in einem Paralleluniversum sitzen, die klimatisiert ist. Haare offen, perfekt geschminkt und adrett gekleidet. Diese Menschen fahren nach der Arbeit wahrscheinlich auch noch zum See (mit dem Fahrrad versteht sich) und spielen Beachvolleyball. Es ist ja nur der Neid, der aus mir spricht. Sobald ich länger als unbedingt nötig draußen bin, kann ich nur noch flach atmen und ich fühle mich einfach nur noch extrem unwohl. Außerdem sind die Brombeeren dieses Jahr sehr klein, wie so ziemlich jedes Obst und Gemüse. Ich hätte gerne hitzefrei von der Arbeit. Wer ist dabei?

Big mouth strikes again

…oder auch Murphys Gesetz oder oder oder. Ich mag ja selbstbewusste Menschen und tu regelmäßig so, als wäre ich selbst auch Einer. So kommt es dann auch vor, dass ich mich dazu hinreißen zu lassen, dass ich irgendeine schlechte Angewohnheit abgelegt oder einen negativen Einfluss auf mein Leben entfernt habe. Danach muss ich eigentlich nur wenige Tage warten, bevor mich die Realität heimsucht. Neustes Beispiel, ich erzähle einer Bekannten, dass es mir ja super gut geht und ich schon seit geraumer Zeit keine schlimme Migräne mehr hatte. Wer wandert vorgestern Nacht mit den Kopfschmerzen ihres Lebens durch die Wohnung? Ja genau. Schön auch, wenn man sich dazu verleiten lässt, die neue Waschmaschine ausgiebig zu loben und deren Vorzüge hervorzuheben und dann macht eben diese Waschmaschine merkwürdige Geräusche. Die waren letztendlich aber zum Glück nichts Ernstes, die wollten nur spielen. Vielleicht freu ich mich über nichts mehr zu viel, dann kommt das Schicksal oder die Glück-Entfernungszentrale gar nicht erst auf die Idee, mir einen Strich durch die Rechnung zu machen. Ich denke aber, ich bleibe ein verhaltener Optimist. Ich freue mich gern und lasse Andere daran teilhaben. Ich finde, man sollte das Schicksal oder die Glück-Zuteilungszentrake auch wissen lassen, dass man sein Glück zu schätzen weiß und es sich bewahren möchte.

Immer schön positiv denken

Heute war mein erster Arbeitstag nach langer, schwerer Krankheit. Ich arbeite im Einzelhandel, auch wenn ich finde, dass dieser Begriff ziemlich irreführend ist, aber na gut. in der ersten Zeit plätscherten die Arbeitstage so vor sich hin und sinnigerweise konnte ich mich an deren Ende nur an die unangenehmen Zeitgenossen erinnern. Von denen handelten dann auch meine Gespräche und meine Gedanken des restlichen Tages. Bis ich irgendwann mal so ganz selbstkritisch feststellte, wie unsinnig das ist. Da habe ich am Tag also ungefähr 100 Kunden, von denen sind 99 die reinste Wonne und an den Einen erinnere ich mich. Natürlich, der Kunde sticht heraus. Ausnahmen bestätigen die Regel. Mir ist schon klar, warum das so ist, aber ich finde es trotzdem nicht gut. Deswegen habe ich damit aufgehört. Heute war es zum Beispiel wieder so, aber ich hänge mich nicht an dieser einen Person auf, sondern behalte lieber die 99 Liebreizenden in Erinnerung. Warum sollte man eine Miesmuschel auch noch damit belohnen, dass man ununterbrochen an sie denkt? Natürlich merke ich mir trotzdem die besten Geschichten, um sie in einer launigen Runde mal zu erzählen. Trotzdem bleibt von heute: es war ein guter Tag (denn außerdem habe ich einem Vogel, also einem Echten, kein Menschenvogel geholfen).

Das wird kein Fitnessblog

Guck nicht so vorwurfsvoll. Das klingt so traurig, ist kein Wunder, denn es steht in Moll. Denn bei einem Fitnessblog, wüsste ich nicht, was ich schreiben soll. Das ist so ungefähr von den Die Prinzen. Obwohl das wirklich schön wäre. Ich würde unglaublich gern Vorher-Nachher-Bilder posten und meinen Sellerie fürs Wochenende und motiviert im Sportbustier Weisheiten von mir geben. Vielleicht könnte ich ein bisschen bezahlte Werbung machen, um damit meinen ausschweifenden Lebensstil zu finanzieren. Aber es soll leider nicht sein. Ich mache Sport, ohja. Ich schwitze. Ich bin diszipliniert. Nur leider ohne greifbare Erfolge. Aber wisst ihr was? Ich habe mich damit abgefunden. Ich wiege mich nur noch seltenst. Wenn ich mir eine neue Hose kaufe, spiele ich nicht mal mehr mit dem Gedanken, eine Nummer kleiner auszuprobieren und ich mache trotzdem immer weiter. Ich genieße, dass ich mich stark fühle und beweglich. Ich denke daran, wie sich, versteckt unter einer doppelwandigen Fettschicht kleine Muskeln aufbauen und wie ich dadurch späteren Verschleißerscheinungen entgehe. Es ist sehr schön, sich im Inneren wie Jean Claude van Damme zu fühlen, auch wenn man von außen betrachtet sehr wahrscheinlich N´Sync für Arme darstellt. Das macht mir nichts. Ich arbeite für mich an mir selbst. Schönes Wochenende! 🙂